Erbschaftsteuer Erbschaftsteuerliche Verschonungsregeln für das Betriebsvermögen – ein theoretischer Ansatz zur Steuerplanung Dirk Simons / Dennis Voeller / Martina Corsten Um eine erbschaftsteuerbedingte Betriebsaufgabe zu verhindern und den Erhalt von Arbeitsplätzen zu fördern, haben das Erbschaftsteuerreformgesetz 2008 und das Wachstumsbeschleunigungsgesetz 2009 die Verschonungsregeln für die Vererbung von Betriebsvermögen grundsätzlich überarbeitet. Dem Steuerpflichtigen stehen die Regelbesteuerung (Steuerfreistellung von 85% des Betriebsvermögens; eventuelle Nachversteuerung nach fünf Jahren) sowie das Optionsmodell (vollständige Freistellung; eventuelle Nachversteuerung nach sieben Jahren) zur Wahl. Das Ziel des vorliegenden Beitrags besteht darin, Vorteilhaftigkeitsbedingungen für die Regelbesteuerung beziehungsweise das Optionsmodell zu identifizieren. Dazu wird zunächst ein liquiditätsorientierter, auf Erwartungswerten basierender Vergleich der beiden Alternativen vorgenommen. Anschließend wird die Unsicherheit der zukünftigen Lohnentwicklung explizit in die Analyse einbezogen. Die Modellergebnisse implizieren für viele Fallkonstellationen, dass sich Steuerpflichtige trotz der strengeren Anforderungen für das Optionsmodell entscheiden sollten, um eine niedrigere erwartete Steuerzahlung zu erreichen. Dies gilt selbst in Fällen, in denen die Entwicklung der Lohnsumme im Erwartungswert negativ ist. S. 2-36
Gender Diversity Gender Diversity und Organisationserfolg – Eine kritische Bestandsaufnahme Sabine Boerner / Hannah Keding / Hendrik Hüttermann Diversity Management hat sich in der Personalpolitik deutscher Unternehmen als unverzichtbares Element etabliert. Die Motive hierfür sind unterschiedlich und reichen von politisch-normativer Notwendigkeit bis zur Erwartung ökonomischer Vorteile. Vor diesem Hintergrund analysiert der Beitrag die Ergebnisse der aktuellen internationalen Forschung zum Zusammenhang zwischen Gender Diversity und Organisationserfolg. Dabei werden unter anderem erfolgskritische Randbedingungen dieses Zusammenhangs betrachtet, darunter auch Ansätze des Managements von Diversity. Es zeigt sich, dass die einschlägige Forschung derzeit keine Schlüsse auf eine generelle ökonomische Vorteilhaftigkeit von Gender Diversity zulässt; auch konnten bisher nur wenige Randbedingungen als erfolgskritisch identifiziert werden. Defizite der bisherigen Forschung bestehen vor allem in der unzureichenden theoretischen Fundierung und methodischen Heterogenität der empirischen Untersuchungen; überdies sind Studien im Kontext deutschsprachiger Unternehmen ausgesprochen selten. Der Beitrag diskutiert Implikationen für Forschung und Praxis des Managements von Gender Diversity. S. 37-70
Kreditrisiken Die Grundregeln von Herbert Hax zur Performance-Messung und die Bilanzierung von Kreditrisiken Andreas Haaker Vor über 20 Jahren leitete Herbert Hax (1989) im Spektrum zwischen den konfliktären Prinzipien einer steuerungsorientierten Periodenerfolgsmessung („Entscheidungsverbundenheit“ und „Manipulationsfreiheit“) die Grundregeln für die Bewertung von Investitionsprojekten und die damit verbundene Periodenzurechnung der Projektzahlungen ab. Diese Grundregeln sind im Rahmen einer (konvergenten) in- und externen Performance-Messung zu beachten. Im vorliegenden Beitrag werden erstmalig die Bilanzierung von Kreditrisiken nach IFRS und HGB im Hinblick auf die Beachtung dieser Grundregeln untersucht und auf dieser Basis die aktuellen Reformüberlegungen zur Kreditrisikovorsorge gewürdigt. S. 71-110
Würdigung
Hermann Simon zum 65. Geburtstag Martin Fassnacht S. 111-113
Kontaktstudium
Hat Wissensmanagement eine Zukunft? Stand der Dinge und Ausblick Matthias Meier / Ingo Weller Nach einer Hochphase um die Jahrtausendwende hat das Thema Wissensmanagement in Wissenschaft und Praxis an Bedeutung verloren. In Anbetracht des Potentials, das insbesondere die strategische Managementforschung dem Faktor Wissen beimisst, muss die Entwicklung verwundern. Wir hinterfragen, inwieweit (a) der Wissensbegriff und die Konzeptionalisierung von Wissensmanagement dem Erkenntnisfortschritt und der praktischen Umsetzung im Wege stehen, (b) welche Implikationen aus der Wahl einer technologie- oder akteurorientierten Sichtweise folgen, und (c) inwieweit Versuche der Quantifizierung von Nutzen und Kosten von Wissensmanagement notwendig sind und fruchtbar sein können. Wir argumentieren, dass das Wissensmanagement nicht als eigenständige Forschungsdisziplin und isolierter Funktionsbereich etabliert werden sollte: Vielmehr sollte es um eine Einbindung wissensorientierter Sichtweisen und Erkenntnisse in bestehende Funktionsbereiche (wie in den des Personalmanagements) gehen. S. 114-135