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Juni   zfbf 2006

Verfügungsrechte und spezifische Investitionen: Steuerung über Budgets oder Verrechnungspreise?
Christian Hofmann/Thomas Pfeiffer

In jüngerer Zeit wird intensiv die Eignung von Verrechnungspreisen zur Steuerung spezi?scher Investitionen diskutiert, ohne dass die alternative Steuerung über Budgets thematisiert wird. Der vorliegende Beitrag vergleicht die Steuerung spezi?scher Investitionen über Budgets und über Verrechnungspreise. Beide Instrumente unterscheiden sich insbesondere im Hinblick auf die eingeräumten Verfügungs- beziehungsweise Entscheidungsrechte, was sich auf die Anreize zum Tätigen von Investitionen auswirkt. Der Vergleich der beiden Controllinginstrumente zeigt, dass Verrechnungspreise (Budgets) insbesondere bei hoher (niedriger) Umweltunsicherheit sowie heterogenen (homogenen) Bereichen dominieren.
S.426-454

Zur Dynamisierung Organisationaler Kompetenzen?–?„Dynamic Capabilities“ als Lösungsansatz?
Georg Schreyögg/Martina Kliesch
Die „Dynamische Kompetenz“ von Organisationen gewinnt in der Strategischen Managementforschung immer mehr an Bedeutung. Im Zentrum des Beitrags steht die Frage, inwieweit das Konzept Organisationaler Kompetenz dynamisiert werden kann. Zu diesem Zwecke werden die zwei herausragenden Dynamisierungsansätze vorgestellt und diskutiert. In der Analyse zeigt sich, dass die jeweils vorgeschlagenen Wege der Dynamisierung das Kompetenzkonzept überdehnen und die Realisation der Dynamisierungsforderung in letzter Konsequenz zu einer Auflösung dessen führte, was die Essenz von Kompetenz ausmachen soll. Mit der Idee des Kompetenz-Monitorings wird ein Alternativvorschlag unterbreitet, der das Spannungsfeld von verlässlicher Kompetenz und Dynamisierung nicht auflösen, sondern durch kontinuierliche Beobachtungs- und Umsteuerungsprozesse bewältigbar machen will.
S.455-476


Anreizwirkungen kostenbasierter Verrechnungspreise und die Vergabe von Verfügungsrechten für Investitionen
Stephan Lengsfeld
Der Beitrag erweitert die jüngste Diskussion um die Eignung verschiedener Verrechnungspreissysteme zur Handels- und Investitionssteuerung in zwei Richtungen. Zum einen wird die Leistungsfähigkeit kostenbasierter Verrechnungspreise analysiert, falls die unmittelbaren Erfolgswirkungen kostensenkender oder erlössteigernder Investitio-nen nicht dem investierenden Bereich, sondern dem jeweils anderen Bereich zu Gute kommen. Darüber hinaus wird untersucht, wie die Unternehmensleitung Verfügungsrechte für diese Investitionen unter den Bereichen aufteilen sollte. Diese Entscheidung kann nur simultan mit der Wahl des Verrechnungspreissystems getroffen werden. Der Beitrag analysiert ist- und standardkostenorientierte Verrechnungspreise und diskutiert die Grenzfälle möglicher Zuständigkeiten: bereichsinterne Investitionen und Kreuzinvestitionen. Bei geringer Umweltunsicherheit und/oder hohen Investitionsrückflüssen sind standardkostenbasierte Verrechnungspreise in Verbindung mit bereichsinternen Investitionen vorzuziehen. Hohe Unsicherheit über Produktionskosten führt zur Dominanz istkostenbasierter Verrechnungspreise. Dabei sollte die Vergabe der Verfügungsrechte für Investitionen in Abhängigkeit von der Höhe der Investitionsrückflüsse erfolgen.
S.477-505

Erfolgsfaktoren von Innovationsteams:
Der Einfluss der übereinstimmenden Wahrnehmung zwischen Teammitgliedern und unterneh-mensinternen Stakeholdern

Bettina Büchel/Heidi Armbruster
Zusammenfassung
Die Zusammenarbeit zwischen Mitgliedern von Innovationsteams und unternehmensinternen Stakeholdern aus verschiedenen Organisationsbereichen eines Unternehmens wird als entscheidender Erfolgsfaktor von Innovationsteams angesehen. Wenige Studien analysieren allerdings die Voraussetzungen einer erfolgreichen Zusammenarbeit. In Anlehnung an das Konzept der mentalen Teammodelle zeigt dieser Artikel, dass die Übereinstimmung der Wahrnehmung zwischen Teammitgliedern und unternehmensinternen Stakeholdern eine Voraussetzung für eine effiziente Zusammenarbeit und den Erfolg von Innovationsteams ist. Die Überlappung der Wahrnehmungen erleichtert die Zusammenarbeit, da eine gemeinsame Interpretationsgrundlage existiert, womit sich das Verhalten der Kollegen antizipieren lässt. Es wurde überprüft, inwieweit die Wahrnehmung der Teammitglieder und der unternehmensinternen Stakeholder bezüglich der Faktoren Kunden- und Zielorientierung des Teams sowie der unternehmerischen Teamkultur einen signifikant positiven Einfluss auf den Erfolg von Innovationsteams haben.
S.506-527

Zukunftsorientierte Bestimmung von Risikoprämien und Eigenkapitalkosten für die Unternehmensbewertung
Holger Daske/Günther Gebhardt
Der Bestimmung risikoadäquater Diskontierungssätze kommt bei der Unternehmensbewertung eine zentrale Bedeutung zu. Wird zu deren Bestimmung das CAPM verwendet, sind risikolose Zinssätze und Risikoprämien zu bestimmen. Passend zu den zu bewertenden erwarteten zukünftigen Überschussgrößen sollten auch die zur Diskontierung verwendeten Renditeforderungen die im Bewertungszeitpunkt erwarteten künftigen Renditen vergleichbarer Anlagen widerspiegeln. Die weitaus meisten Beiträge zur Operationalisierung des CAPM leiten die Renditeforderungen jedoch aus historischen Kapitalmarktrenditen und damit vergangenheitsorientiert ab. Wir zeigen in diesem Beitrag auf, wie erwartete Risikoprämien aus beobachtbaren Größen, vor allem den Überschussprognosen von Finanzanalysten, stichtagsbezogen aus Kapitalmarktdaten abgeleitet werden können. Damit wird eine konzeptionell schlüssigere Bewertung der im Bewertungszeitpunkt erwarteten künftigen Überschüsse mit den zeitgleich erwarteten künftigen Renditen ermöglicht.

 
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