Bedingte Zahlungsversprechen in der Unternehmenssanierung
Stefan Wielenberg
In Sanierungsverfahren von ?nanziell angeschlagenen Unternehmen werden Kreditforderungen von Gläubigern häu?g gegen Besserungsscheine oder Genussrechte umgetauscht. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht handelt es sich dabei um bedingte Zahlungsversprechen, weil der Gläubiger nach dem Umtausch während der Laufzeit des Instruments nur unter bestimmten Bedingungen Zahlungen des Schuldners verlangen kann. In diesem Aufsatz wird untersucht, unter welchen Voraussetzungen eine Nachfrage nach diesen Mechanismen besteht. Es stellt sich heraus, dass sowohl Gläubiger als auch Schuldner den Einsatz von Zahlungsversprechen unter idealen Bedingungen begrüßen, weil dadurch inef?ziente Zerschlagungsentscheidungen vermieden werden. Fehlerhafte Investitionsanreize, Nachverhandlungsrisiken und Veri?kationskosten wirken sich negativ auf die Einsatzbedingungen von bedingten Zahlungsversprechen aus, führen aber nicht zu ihrer völligen Untauglichkeit.
S.270-296
Die Abgabe von Kundenempfehlungen – Determinanten und ökonometrische Modellierung
Florian v. Wangenheim/Tomás Bayón/Andreas Herrmann
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Determinanten der Abgabe positiver und negativer Kundenempfehlungen. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Untersuchung nicht-linearer und moderierender Einflüsse gelegt. Es wird zudem gezeigt, dass ein Modell, welches zwischen der Ja/Nein-Entscheidung, eine Empfehlung abzugeben, und der Anzahl der Empfehlungen differenziert, das Empfehlungsverhalten besser abbildet als Modelle, die eine solche Unterscheidung nicht vornehmen. Aus den Ergebnissen lassen sich konkrete Hinweise für die wissenschaftliche Behandlung und das Management von Kundenempfehlungen ableiten. Insbesondere wird dargestellt, auf welche Kundengruppen sich ein Empfehlungsmanagement richten sollte und wie sich das Phänomen Kundenempfehlung in Modelle zur Bestimmung eines „Return on Marketing“ integrieren lässt.
S.304-336
Kursreaktionen auf die Ankündigung von Going Private-Transaktionen am deutschen Kapitalmarkt
Florian Eisele/Andreas Walter
Der Beitrag untersucht für die Jahre 1995 bis 2002 die Aktienkursreaktion bei Going Private-Ankündigungen am deutschen Kapitalmarkt auf der Grundlage einer Ereignisstudie. Dabei wird festgestellt, dass Going Private-Ankündigungen regelmäßig mit einer positiven Kursreaktion verbunden sind. Darüber hinaus offenbaren die Ergebnisse, dass die Kursanpassung in wenigen Tagen erfolgt und damit der Kapitalmarkt bei Going Private-Ankündigungen ein hohes Maß an Effizienz aufweist. Ferner kann aufgezeigt werden, dass sich die kumulierten abnormalen Renditen bezüglich spezifischer Charakteristika der Going Private-Transaktionen unterscheiden.
S.337-362
Der Einfluss von Erfindernetzwerken auf die Relevanz von Patenten
Katja Rost
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Netzwerkintegration von Erfindern und der Entstehung neuartigen Wissens. Geprüft wird, inwieweit die strukturelle Einbettung in Netzwerke zur Erklärung der Relevanz von Patenten eines Erfinders herangezogen werden kann. Die abgeleiteten Hypothesen beruhen auf der Arbeit von Perry-Smith/Shally (2003) und werden auf den Bereich der Forschung und Entwicklung übertragen. Die Befunde zeigen, dass die Netzwerkzentralität und der Anteil der strong-ties in Netzwerken umgekehrt u-förmige Zusammenhänge mit der Genierung neuartigen Wissens aufweisen. Im Anschluss werden Praxisimplikationen abgeleitet und diskutiert, inwiefern Netzwerkkonzepte in Zukunft in der betriebswirtschaftlichen Forschung vertieft werden können.
S.363-389
Reif für das virtuelle Unternehmen?
Doreen Schwinger, Gerhard Wäscher
Die Kooperationsform des virtuellen Unternehmens wird einerseits als geeignet angesehen, um kleine und mittlere Logistikunternehmen in die Lage zu versetzen, Wettbewerbsvorteile gegenüber großen Logistikunternehmen aufbauen zu können. Andererseits lässt sich das aber nur realisieren, wenn die kleinen und mittleren Logistikunternehmen bestimmten Voraussetzungen in Bezug auf die Kooperationsfähigkeit und die Kooperationsbereitschaft genügen. Mit Hilfe einer schriftlichen Befragung der Logistikunternehmen Sachsen-Anhalts wird überprüft, ob diese Voraussetzungen von den kleinen und mittleren Logistikunternehmen erfüllt werden und welche Defizite in dieser Hinsicht bestehen. Obwohl überraschend viele der befragten kleinen und mittleren Logistikunternehmen im Rahmen von virtuellen Unternehmen kooperieren würden, erfüllen nur sehr wenige dieser Unternehmen alle zwingenden Voraussetzungen zur Teilnahme an dieser Kooperationsform.
S.390-424