Asymmetrisch überlegene Stockouts als Phantomprodukte
Heribert Gierl und Christina Eleftheriadou
In diesem Beitrag werden Möglichkeiten beschrieben, wie Präferenzen für reale Wahlmöglichkeiten durch Stockouts beeinflusst werden können. Hierzu werden zunächst verschiedene Positionen von Phantomen erläutert. Anschließend wird theoretisch abgeleitet, welcher Effekt von Range-erhöhenden und von Frequency-erhöhenden Phantomen auf Präferenzen erwartet wird. In einer empirischen Studie wird die Vorteilhaftigkeit verschiedener Phantompositionen getestet. Das Ergebnis ist, dass ein
nahe beim Zielprodukt angesiedeltes, Range-erhöhendes „known phantom“ den stärksten Effekt zugunsten der Zieloption hat.
S. 475
Wege aus der Kapazitätsfalle in der Automobilindustrie
Hans-Christian Krcal
Auf Grundlage der Break-even-Analyse lässt sich zeigen, welche Auswirkungen der Aufbau von Anlagenkapazitäten für die Automobilindustrie impliziert. Eine Kapazitätsdimensionierung, die nur die Fixkostenerhöhung antizipiert, aber die dynamische Entwicklung von variablen Kosten falsch einschätzt, führt zu einem als Kapazitätsfalle bezeichneten Zustand: Trotz höherer Produktions- bzw. Absatzmengen sinkt die Rentabilität, da die gestiegenen Gesamtkosten nicht über die relativ stabilen Wettbewerbspreise weitergegeben werden können. Der Beitrag untersucht die wichtigsten strategischen Maßnahmen der Automobilhersteller zur Vermeidung der Kapazitätsfalle und analysiert ihre Wirkungen auf Kostenstruktur, Produktionsmenge und Personalstamm der Hersteller. Die hier vorgestellten grundsätzlichen Wege der Kapazitätsdimensionierung bei fallenden Gesamtkosten zeigen, dass die kritische Größe in der Kapazitätsdimensionierung unter Vermeidung der Kapazitätsfalle mit einer Kombination strategischer Einzelmaßnahmen erreichbar ist. Mit der systematischen Behandlung der Einzelmaßnahmen wird die Argumentation der Unternehmensführung den Kostendeckungspunkt betreffend in einem neuen Licht gesehen: Der Kapazitätsaufbau allein ist noch keine Gewinngarantie, selbst wenn der Absatzmarkt annahmegemäß alle produzierten Mengen auch aufnimmt.
S. 503
Werturteilsfreiheit als Postulat für die Betriebswirtschaftliche Steuerlehre?
Ute Schmiel
In der Betriebswirtschaftlichen Steuerlehre ist umstritten, inwieweit das Postulat der Werturteilsfreiheit im Sinne Webers und Alberts als methodologische Regel für die Betriebswirtschaftliche Steuerlehre geeignet ist. Anders als nach dem Verständnis ihrer maßgeblichen Vertreter kann eine Betriebswirtschaftliche Steuerlehre im Sinne Webers und Alberts werturteilsfrei und trotzdem leistungsfähig sein. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass das Postulat der Werturteilsfreiheit nach Weber und Albert nicht geeignet ist, Wissenschaft und Nichtwissenschaft hinreichend voneinander abzugrenzen. Soll das Postulat der Werturteilsfreiheit diese Funktion erfüllen, ist es ergänzungsbedürftig.
S. 525
Automobilimages im Dekadenvergleich
Michael Löffler
Die Automobilindustrie ist gegenwärtig von einer hohen Wettbewerbsintensität geprägt. Bei zunehmender Konvergenz der technischen Merkmale gewinnt das Markenimage eine immer größere Bedeutung als Erfolgsfaktor. Für den Zeitraum einer Dekade wird anhand des deutschen Automobilmarktes gezeigt, wie sich einzelne Markenimages entwickelt haben, welche strategischen Stoßrichtungen verfolgt wurden und wie es starken Marken gelungen ist, die eigene Markenwahrnehmung zu profilieren und langfristig zu schärfen.
S. 548