Risikofaktoren und Korrelationen für Bonitäts-veränderungen
von Alfred Hamerle und Daniel Rösch
Bei der Modellierung von Kreditportfoliorisiken stellt die Quantifizierung von Korrelationen zwischen Ausfällen bzw. Bonitätsveränderungen eine zentrale Herausforderung dar. Es lässt sich zwischen "direkten und "indirekten" Modellierungsansätzen unterscheiden. Während erstere den Korrelationsparameter direkt spezifizieren, kommen in indirekten Modellen die Korrelationen über Exposures gegenüber gemeinsamen Risikofaktoren zustande. Gegeben die Werte dieser Risikofaktoren werden die Adressen als bedingt unabhängig angenommen. Die Identität solcher Risikofaktoren ist jedoch bislang noch nicht geklärt. Ziel dieses Beitrags ist es, im Rahmen eines neuen, dynamischen Ansatzes diese Risikofaktoren zu identifizieren und die bedingte Unabhängigkeitsannahme zu überprüfen. Die durchgeführte Studie stützt die bedingte Unabhängigkeitsannahme, was erhebliche Vereinfachungen bei Value-at-Risk Analysen bedeutet. Weiterhin geben die Ergebnisse Hinweise darauf, dass eine dynamische Modellierung von Kreditrisiken gegenüber der bislang vorherrschenden statischen Sichtweise zu bevorzugen ist.
S. 199
Die Qual der Wahl: Die Bedeutung des Regret bei Kaufentscheidungen
von Andreas Herrmann, Frank Huber und Christian Seilheimer
Entscheidungsspielräume eröffnen neue Entscheidungskonflikte mit der Folge, dass Individuen mehr Bedauern über falsche Entscheidungen empfinden. Da es genügend Umstände gibt, unter denen Entscheidungen unabdingbar sind, und die Wahl einer Alternative fast immer die Ablehnung einer anderen bedeutet, scheint Bedauern über eine falsche Entscheidung nahezu unvermeidlich zu sein. Insofern ist es unerlässlich, die Antezedenzien und Konsequenzen des Regret zunächst aus theoretischen Überlegungen abzuleiten und sodann im Rahmen einer empirischen Untersuchung miteinander zu verzahnen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Regret einen erheblichen Einfluss auf unternehmenspolitische Zielgrößen, wie Kundenzufriedenheit und Kundenbindung, ausübt.
S. 224
Empirische Forschung des Nutzens von Prüfungsleistungen
von Klaus Ruhnke
Der vorliegende Beitrag entwickelt einen objektorientierten Bezugsrahmen für den Nachweis des Nutzens von Abschlussprüfungen. Darauf aufbauend werden die Ergebnisse zentraler empirischer Studien den einzelnen Bezugsrahmenkategorien zugeordnet und vor diesem Hintergrund diskutiert. Dieses integrative Vorgehen ermöglicht es, sukzessive ein systematisches Gesamtbild der empirischen Nutzenforschung zu zeichnen, welches wiederum einerseits künftige empirische Arbeiten anregen und andererseits für tiefergehende theoretische Forschungsarbeiten anschlussfähig sein soll.
S. 250
Implementierung erfolgsorientierter Entlohnungssysteme – Ein Praxisbeispiel bei der Vergabe von Planungsleistungen im Baugewerbe
von Jörg Beißel und Volker Bilgram
Während die Arbeiten zur Agency Theorie eine fast nicht mehr überschaubare Fülle angenommen haben, existieren nur relativ wenige Untersuchungen zu deren praktischer Umsetzung. Der teilweise vorgebrachten Kritik an der Agency Theorie, aufgrund der restriktiven Annahmen sei ihre praktische Relevanz beschränkt, soll mit diesem Beitrag entgegengewirkt werden. Es wird gezeigt, wie ein von Osband und Reichelstein entwickeltes Anreizschema bei der Vergabe von Planungsleistungen an unternehmensexterne Architekten und Ingenieure implementiert wurde. Dabei wird auf die Ermittlung der konkreten Entlohnungsfunktion eingegangen. Weiterhin werden Probleme, die bei der praktischen Umsetzung aufgetreten sind, diskutiert.
S. 315