Konsumenten und Marken Beziehungen zwischen Konsumenten und Marken – Eine empirische Analyse verschiedener Beziehungstypen – Wolfgang Fritz / Bettina Lorenz Auf breiter empirischer Basis werden in diesem Beitrag vier verschiedene Typen von Beziehungen ermittelt, die zwischen Konsumenten und Marken bestehen, nämlich „beste Freundschaft“, „leidenschaftslose Zweckgemeinschaft“, „oberflächliche Bekanntschaft“ und „glückliche Partnerschaft“. Diese Befunde sind für das Markenmanagement von Unternehmen von Bedeutung, denn sie machen deutlich, dass sich Konsumenten bei ihrer Markenwahl nicht nur für Marken allein, sondern auch für bestimmte Typen von Beziehungen entscheiden, die sie mit den Marken eingehen wollen. Vielfach wird sich das traditionelle Markenmanagement daher zu einem umfassenderen Markenbeziehungsmanagement weiterentwickeln müssen, in dessen Zentrum Aufbau und Pflege der vorteilhaften Markenbeziehungen „beste Freundschaft“ und „glückliche Partnerschaft“ stehen sollten. Die Untersuchungsergebnisse zeigen aber auch, dass zahlreiche bekannte Marken häufiger in den weniger günstigen Beziehungen „leidenschaftslose Zweckgemeinschaft“ und „oberflächliche Bekanntschaft“ erscheinen, was auf ein unzureichend entwickeltes Markenbeziehungsmanagement vieler Unternehmen hindeutet. S. 366-393
Abschlussprüfungen Die Erwartungslücke als permanentes Phänomen der Abschlussprüfung – Definitionsansatz, empirische Untersuchung und Schlussfolgerungen Klaus Ruhnke / Catharina Schmiele / Jochen Schwind Die Frage, ob die Erwartungen an die Abschlussprüfung erfüllt werden, wird seit Jahrzehnten in der Wissenschaft und in der Öffentlichkeit intensiv diskutiert. Regelmäßig wird hier eine Erwartungslücke konstatiert und es werden Maßnahmen zur Schließung dieser Lücke gefordert und auch umgesetzt. Der vorliegende Beitrag entwickelt einen eigenen Definitionsansatz für die Erwartungslücke, der drei Lücken beinhaltet und Ursachen für die Existenz dieser Lücken in die Betrachtung einbezieht. Anschließend werden zentrale theoretische und empirische Ansätze vorgestellt sowie wesentliche Ergebnisse skizziert. Anhand einer in Deutschland durchgeführten Befragung von Wirtschaftsprüfern und ausgewählten Interessengruppen lässt sich die Existenz verschiedener Lücken belegen. Erklärungsmuster hierfür werden herausgearbeitet. Insgesamt lässt sich zeigen, dass die Erwartungslücke entgegen der weitläufig verbreiteten Auffassung kein temporäres Phänomen ist. Vielmehr handelt es sich um ein vielschichtiges kognitives und auch soziales Phänomen, welches in einer dynamischen Gesellschaft permanent Reformen initiiert, deren Nutzen es kritisch zu hinterfragen gilt. S. 394-421
Open-Source-Software Kaskaden der Komplementarität: Pfadabhängigkeit organisationaler und technischer Strukturen Leonhard Dobusch Dass sich im Wechselspiel von technologischen und sozialen Strukturen im Zeitverlauf Handlungsspielräume verringern können, gilt nicht nur für die institutionell-marktliche, sondern auch für die organisationale Sphäre. Gerade auch mit dem Ziel einer Flexibilisierung eingeführte Technologien können dort mit komplementären, organisationalen und marktlichen Dynamiken zu neuen Rigiditäten führen. Dass eine derartige „Pfadabhängigkeit“ Organisationen aber nicht jeglicher Kontingenz beraubt, wird im Rahmen eines strukturationstheoretisch informierten Fallstudienvergleichs gezeigt: Untersucht wird Einführung und Wandel der Desktopsoftwareumgebung in den Stadtverwaltungen München, Wien und Frankfurt/M. über einen Zeitraum von circa 20 Jahren. S. 422-451
Würdigung
Hans-Ulrich Küpper zum 65. Geburtstag Christian Hofmann S. 452-454
Kontaktstudium
Die Steuerreform 2008: Ein Beitrag zur Stärkung des Eigenkapitals deutscher Unternehmen? Stephan Kudert / Ivonne Klipstein Mit der Unternehmensteuerreform 2008 soll unter anderem die Eigenfinanzierungskraft deutscher Unternehmen gestärkt werden. Dieses soll bei Kapitalgesellschaften durch die Senkung der Unternehmensteuerbelastung und bei Personengesellschaften durch die Einführung des § 34a EStG, der eine begünstigte Besteuerung für nicht entnommene Gewinne gewährt, erreicht werden. Dieser Beitrag stellt die Auswirkungen der Gesetzesänderungen auf in Deutschland ansässige Kapital- und Personengesellschaften dar und prüft, wann es günstiger ist, Gewinne vor der Ausschüttung möglichst lange im Unternehmen zu belassen und wann sie am besten sofort auszuschütten sind. Diese beiden Alternativen werden zum einen für den Fall, dass keine Liquiditätsbeschränkung und zum anderen für den Fall, dass Liquiditätsbeschränkungen bestehen, dargestellt. Insgesamt ist zu beobachten, dass es nicht generell zu einer Stärkung der Eigenfinanzierungskraft deutscher Unternehmen kommt. Sowohl Look-In- als auch Push-Out-Effekte sind zu beobachten. Nur in seltenen Fällen sind Look-In-Effekte möglich. S. 455-480