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Mai   zfbf 2010

Kursbeeinflussung Manipulation des Börsenkurses durch gezielte Informationspolitik im Rahmen von Squeeze-Outs? – Eine empirische Untersuchung am deutschen Kapitalmarkt Holger Daske / Moritz Bassemir / Felix F. Fischer Der vorliegende Beitrag untersucht, ob der Mehrheitsaktionär einer Gesellschaft im Vorfeld eines Zwangsausschlusses von Minderheitsaktionären (so genannter Squeeze-Out) versucht, die Kapitalmarkterwartungen negativ zu beeinflussen. Ein solches „manipulatives“ Verhalten wird häufig in der juristischen sowie in der betriebswirtschaftlichen Literatur unterstellt, da der Aktienkurs für die Abfindungshöhe die Wertuntergrenze bildet. Unsere empirische Untersuchung der Bilanz- und Pressemitteilungspolitik von Squeeze-Out-Unternehmen im Vorfeld der Ankündigung einer solchen Maßnahme am deutschen Kapitalmarkt zeigt, dass in diesem Zeitraum tatsächlich ein signifikanter Anstieg (Rückgang) der im Ton pessimistischen (optimistischen) Pressemitteilungen feststellbar ist. Allerdings zeigt sich weiter, dass die Aktien der Squeeze-Out-Kandidaten bereits im Vorfeld und am Tag der Ankündigung so hohe positive Überrenditen erzielen, dass der von uns quantifizierte kumulierte Effekt der Informationspolitik auf die Börsenbewertung einen insgesamt nur sehr geringen Einfluss ausübt und von anderen Faktoren (zum Beispiel Abfindungsspekulationen) dominiert wird. S. 254-288

Beziehungspromotoren Einfluss des Beziehungspromotors auf die Etablierung von Kulturunternehmen – Eine empirische Untersuchung von Möglichkeiten Elmar D. Konrad / Achim Walter / Hans Georg Gemünden Die vorliegende Untersuchung von 128 privatwirtschaftlichen Unternehmen im Kultur- und Kreativsektor zeigt erstmals, dass Angehörige der Geschäftsleitung durch ihr Engagement als Beziehungspromotoren einen signifikant positiven Einfluss auf die Etablierung der Unternehmen ausüben. Im Falle einer geringen Kulturförderung von Seiten der Städte und Kommunen wird dieser Zusammenhang wie erwartet verstärkt. Entgegen unserer Vermutung verstärkt sich der positive Effekt eines Beziehungspromotors auf die Etablierung durch eine hohe Wettbewerbsintensität im Unternehmensumfeld nicht. Interessanterweise ist seine Wirkung gerade bei einem schwachen Konkurrenzdruck am stärksten. Dieses Ergebnis macht sichtbar, dass die in der Innovationsforschung postulierten „Helden kooperativer Innovationsprozesse“ im Falle ausgeprägter Hindernisse an ihre Grenzen stoßen. S. 289-313

Kontaktstudium

Konzeption eines dezentralen internationalen Change Managements: Reorganisation von Vertriebsprozessen im Europavertrieb Passage der Deutschen Lufthansa AG Karsten Benz / Christian Kunz Reorganisationen in Großunternehmen werden in der Praxis sehr häufig nach einem starren Top-Down-Ansatz strukturiert und durchgeführt, obwohl in der Literatur verstärkt ein auch mehrere Hierarchiestufen einbindendes und im Implementierungsablauf flexibel gestaltetes Change Management empfohlen wird. Insbesondere im Kontext der Durchführung von Reorganisationen in kulturell heterogenen und geographisch weit verteilten Organisationen stößt dieses häufig praktizierte Vorgehen aufgrund der besonderen Anforderungen aber an seine Grenzen. Der Beitrag zeigt am Beispiel der Reorganisation von Vertriebsprozessen im Europavertrieb Passage der Deutschen Lufthansa AG auf, wie Großunternehmen adäquat auf derartige Anforderungen reagieren können. Hierzu werden Modifikationen des üblichen top-down-orientierten Change Managements und die Gestaltung einer in mehreren Organisationseinheiten parallel durchzuführenden Pilotierung der Reorganisation aufgezeigt und diskutiert. Die gewonnenen Erkenntnisse können auch auf andere Branchen übertragen werden. S. 314-333

„Wachsen oder nicht, das ist die Frage …“ – Systemdifferenzierungen junger Unternehmen am Beispiel einer Kommunikationsagentur Andrea Fried Wenn etablierte unternehmensbezogene Ansätze der Gründungsforschung Unternehmenswachstum untersuchen, dann zielen sie auf eine Analyse der kausalen Beziehungen von Erfolgsfaktoren ab. Wachstum junger Unternehmen wird in diesem Beitrag alternativ als evolutionärer Prozess verstanden. Der Begriff Wachstum vereinigt hier die quantitative wie qualitative Veränderung junger Unternehmen im Zeitverlauf. Grundlage für die Analyse von Wachstum sind die funktional-strukturellen Überlegungen innerhalb der Theorie sozialer Systeme nach Niklas Luhmann (1964). Im Beitrag wird eine problemorientierte Analyse des Wachstumsdrucks junger Unternehmen anhand von fünf Merkmalen vorgeschlagen: Mitgliedschaft, Arbeitsteilung, Formalisierung, Führung und Grenzstellen. Exemplarisch geschieht dies am Fall einer jungen Kommunikationsagentur. Auf diese Weise wird das Potential organisationstheoretischer Ansätze und qualitativer Forschungsmethoden für die Gründungsforschung erschlossen. Zudem wird deutlich, wie auch Gründungsforschung und -beratung voneinander profitieren können. S. 334-360

 
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