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November   zfbf 2009

Corporate Governance-Forschung Die Corporate Governance-Berichterstattung des Aufsichtsrats – Eine empirische Untersuchung im deutschen Prime Standard zum Einfluss auf die Unternehmensperformance Patrick Velte In diesem Beitrag wird eine empirische Studie vorgestellt, die auf Basis einer Auswertung von Geschäftsberichten der im DAX30, MDAX und SDAX gelisteten deutschen Aktiengesellschaften die Berichterstattung des Aufsichtsrats unter besonderer Berücksichtigung der Gehilfenfunktion des Abschlussprüfers analysiert. Die deskriptive Statistik zeigt insbesondere Defizite im Rahmen der Berichterstattung des Aufsichtsrats zur Unabhängigkeit, zu den Fachkenntnissen sowie zur Prüfungsmethodik in den betrachteten Indizes des deutschen Prime Standards auf. Ein positiver Zusammenhang zwischen der Indexzugehörigkeit der Unternehmen und einer „offensiven“ Corporate Governance- Berichterstattung konnte (nur) teilweise bestätigt werden. Die Korrelationsanalyse weist insbesondere auf statistisch signifikant positive Zusammenhänge zwischen der Berichterstattung zum Anforderungsprofil des Aufsichtsrats (Unabhängigkeit und Finanzexpertise) und ausgewählten Maßzahlen für die Unternehmensperformance (Aktienrendite, Kurs-Gewinn-Verhältnis, Tobin’s Q und Gesamtkapitalrendite) hin. In einer Gesamtschau sind die festgestellten Korrelationen der betrachteten Variablen insbesondere im DAX30 tendenziell schwach. S. 702-737

Umtauschanleihe Desinvestitionen von Aktienpaketen – Eine Analyse von Exchangeable Bonds Benjamin Kleidt / Eckhard Scharmer / Dirk Schiereck In den letzten Jahren waren in Europa zahlreiche Emissionen von Umtauschanleihen zu beobachten, hinter denen die vornehmliche Bemühung von Unternehmen vermutet werden kann, Beteiligungen zu veräußern. Anhand eines Datensatzes, der 57 europäische Transaktionen der Jahre 1997 bis 2003 enthält, zeigen wir, dass auch geringere Transaktionsgebühren und Ankündigungseffekte (-1,52% im Durchschnitt) im Vergleich zu direkten Sekundärplatzierungen den Einsatz von Umtauschanleihen rechtfertigen können. Die beobachteten adversen Ankündigungseffekte lassen sich durch die mögliche Konzentrationsreduktion der Aktionärsstruktur des Umtauschunternehmens erklären, die durch die Verminderung des Kontrolleinflusses des Emittenten für die übrigen Aktionäre erhöhte Monitoringkosten nach sich zieht. S. 738-780

Nachruf In Memoriam Professor em. Dr. Gert Laßmann Walther Busse von Colbe S. 781-782

Kontaktstudium

„Radio oder Schiebedach?“ – Wirkung von mentalen Budgets auf das individuelle Produktwahlverhalten Benjamin Polak / Andreas Herrmann / Mark Heitmann / Marc Cäsar / Jan Landwehr Viele Individuen bilden Ausgabenkategorien (z.B. Nahrung, Kleidung, Unterhaltung) und legen eine Budgetgrenze für fast jede Kategorie fest („mental budgeting“). Zudem neigen Personen, die „mental budgeting“ betreiben, zu einem Unterkonsum, da es zwischen den Kategorien häufig keinen Budgetausgleich gibt und sich viele Individuen bei ihren Käufen zumeist an die Budgetgrenzen halten. Eine empirische Untersuchung zeigt, dass sich die Zahlungsbereitschaft der Kunden verbessern lässt, sofern ein Unter-nehmen keine Kategorien für sein Produkt vorgibt. Dieser Effekt ist umso stärker, je mehr Produktwissen ein Individuum besitzt. Für Personen, die kein Produktwissen be-sitzen, bilden vorgegebene Kategorien wichtige Orientierungsanker, um ein Produkt zu spezifizieren. S. 783-803

Selektives Demarketing –
Management von unprofitablen Kunden
Eva Blömeke / Michel Clement Insbesondere bei vertraglich-fixierten Kundenbeziehungen ist oftmals ein nicht unerheblicher Anteil der Kundenbasis unprofitabel und liefert somit einen negativen Wertbeitrag zum Gesamtdeckungsbeitrag des Unternehmens. Dieses Kundensegment erfordert ein spezielles Management – insbesondere wenn davon auszugehen ist, dass diese Kunden auch in der Zukunft nicht in die Gewinnzone geführt werden können. Die einzelnen Maßnahmen zur Entbindung unprofitabler Kunden (so genanntes „Demarketing“) variieren dabei nach dem gewünschten Aktivitätslevel des Unternehmens (aktiv versus passiv) und dem angestrebten Beendigungsgrad. Es zeigt sich, dass in der Praxis insbesondere Demarketing-Strategien im Bereich der Produkt- und Preispolitik eingesetzt werden. S. 804-835

 
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