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September   zfbf 2009

Prozesstechnologie Innovationen in Prozesstechniken und
Architekturen prozesstechnischer Systeme
Karl-Andreas Zotter Zentrale Aufgabenstellung der Produktionsstrategieentwicklung ist die Definition der prozesstechnologischen Unternehmensausrichtung. Mit dieser wird das Produktionsprogramm langfristig festgelegt; Fehlentscheidungen und mangelhafte Systemintegration führen zu nachhaltigen Wettbewerbsnachteilen. Gestaltbar sind prozesstechnische Potenziale durch Veränderung der Prozesstechniken und der Relationen zwischen diesen. Auf Basis einer kausalanalytischen Untersuchung wird hinterfragt, welche systematischen Zusammenhänge zwischen Veränderungen im Prozesstechniksystem und dem Produktionsprogramm bestehen. Weiters werden die induzierten integrierenden Maßnahmen im prozesstechnologischen Wissenssystem von Produktion und F&E untersucht. S. 582-602

Aktienoptionsprogramme Die Bilanzierung von Aktienoptionsprogrammen
aus Sicht der Messperspektive
Christian Blecher Kernproblem im Zusammenhang mit der bilanziellen Abbildung von Aktienoptionsprogrammen ist die Frage, ob solche Programme erfolgsneutral zu erfassen sind oder ob ein Aufwand ausgewiesen werden muss. Dieser Beitrag analysiert diese Frage aus Sicht einer messperspektivischen Sichtweise auf Rechnungslegung. Diese unterstellt, dass Rechnungslegung zur Approximation des ökonomischen Gewinns insbesondere des Unternehmenswerts eingesetzt wird. Bei Vorhandensein eines Optionsprogramms lassen sich im Modell des ökonomischen Gewinns jedoch zwei Vorbildgrößen definieren: Der gesamte Unternehmenswert und der auf die Altaktionäre entfallende Unternehmenswert, der bei Anlageentscheidungen relevant wird. Es wird gezeigt, dass eine erfolgsneutrale Erfassung von Aktienoptionsprogrammen aus messperspektivischer Sicht den Gesamtwert des Unternehmens approximiert, während durch eine Erfassung als Aufwand (im Sinne eines exercise date accounting) der besser zu interpretierende Wert der Altaktionäre approximiert wird. Eine praktische Anwendungsmöglichkeit für Rechnungslegung im Sinne der Messperspektive stellt eine Unternehmensbewertung zum Beispiel mit Hilfe des Residualgewinnmodells dar. In diesem Zusammenhang kommt der Beitrag zu folgendem Ergebnis: Verlangt die handelsrechtliche Rechnungslegung eine vom exercise date accounting abweichende Erfassung von Optionsprogrammen, sind Korrekturen der Rechnungslegungsdaten im Sinne des exercise date accounting notwendig, um eine korrekte Bewertung zu ermöglichen. Das Ergebnis, das für Aktienoptionsprogramme gezeigt wird, lässt sich auch auf andere Fälle einer vergünstigten Einräumung von Eigenkapitaltiteln übertragen. S. 603-627

Offshoring Determinanten von Offshore-Outsourcing-Aktivitäten
im deutschen Mittelstand
Achim Hecker Der vorliegende Beitrag untersucht auf Basis eines umfangreichen Datensatzes die wesentlichen Determinanten von Offshore-Outsourcing bei großen mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Solche Aktivitäten erweisen sich als angetrieben durch die Suche nach Kostenvorteilen bei der Leistungserstellung sowie durch die angestrebte Erschließung von Auslandsmärkten. Die gezielte Suche nach überlegenen Kompetenzen und Produktionsfertigkeiten scheint bis jetzt hingegen kaum eine Rolle zu spielen. Ein wesentliches Hemmnis für Offshore-Outsourcing-Aktivitäten sind Transaktionskosten, die aus einer möglichen Hold-up-Situation resultieren. Dabei kommt auch der strategischen Bedeutung betroffener Funktionen ein signifikanter Einfluss zu. Darüber hinaus wird die Bedeutung vorhandener Internationalisierungserfahrung und -kompetenzen für die Offshore-Outsourcing-Neigung belegt. S. 628-653

Kontaktstudium Ausblick auf den 63. Deutschen Betriebswirtschafter-Tag „Neue Spielregeln für Kapitalmärkte und Netzindustrien:
Ökonomie der Regulierung“
Der 63. Deutsche Betriebwirtschafter-Tag der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V. am 12. und 13. Oktober 2009 in Frankfurt am Main möchte dazu beitragen, das Fach- und Erfahrungswissen auf dem so wichtigen Gebiet der Regulierung zu vertiefen und das Bewusstsein für die breite, weit reichende und vielschichtige Bedeutung der Regulierung für Unternehmenspolitik und Volkswirtschaft zu schärfen. Der Kongress bietet hochkarätige Fachvorträge namhafter Fachvertreter und Verantwortungsträger aus Unternehmenspraxis, Politik und Wissenschaft sowie intensive Diskussionen in parallelen Fachprogrammen, die durch öffentliche Sitzungen von Arbeitskreisen der Schmalenbach-Gesellschaft ergänzt werden.

Unternehmen zwischen Markt und Staat –
Regulierung als Herausforderung
Arnold Picot Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise führt in aller Deutlichkeit die große Bedeutung der staatlich-politischen Rahmenbedingungen für Entwicklung und Stabilität vieler Unternehmen, Branchen und ganzer Volkswirtschaften vor Augen. Die von hoheitlichen Institutionen und Behörden gesetzten Spielregeln bilden den Regulierungsrahmen, innerhalb dessen Unternehmen ihren Zielen und Strategien nachgehen können. Die Krise wirft die Frage auf, inwiefern die geltende Regulierung zum Entstehen der Krise beigetragen hat und ob einzelne Spielregeln oder der Rahmen als ganzes veränderungs- und verbesserungsbedürftig sind. Das gilt vor allem für den Finanz- und Bankensektor, aber auch für andere intensiv von Regulierung betroffene Branchen, namentlich für die sog. netzbasierten Industrien. Damit rückt das Spannungsfeld Unternehmen – Staat immer stärker ins Blickfeld von betriebswirtschaftlicher Wissenschaft und Praxis. In diesem Spannungsfeld geht es zum einen um die Sicherstellung und Pflege wichtiger öffentlicher Güter wie Sicherheit, Vertrauen oder Gesundheit mit Hilfe von Regulierung, zum anderen soll Regulierung gerade in netzbasierten Industrien Wettbewerb ermöglichen und erhalten. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über wichtige Formen und Theorien der Regulierung. Er soll helfen, die Grundlagen und das Grundverständnis für die manchmal durchaus erhitzt und auch oberflächlich geführte Debatte um die „richtige“ Regulierung zu verbessern, ohne dass auf spezifische branchenbezogene Regulierungstatbestände vertieft eingegangen wird. Zunächst werden die beiden zentralen Problemkreise der Regulierung (Wettbewerb, öffentliche Güter) näher beleuchtet, ehe der polit-ökonomische Prozess der Regulierung sowie weitere betriebswirtschaftliche Fragen des Regulierungsgeschehens betrachtet werden. S. 655-678

Was ist eine erfolgreiche Regulierung der Strom- und Gasnetze?
– Rolle der Regulierungsbehörde sowie Ansätze zur Bewertung
Matthias Kurth Immer wieder wird der Erfolg der Regulierung in Frage gestellt – ohne allerdings detailliert auf die Rolle der Regulierungsbehörde sowie auf konkrete Regulierungsziele einzugehen. Ziel des vorliegenden Beitrages ist, eine Verbindung von Wissenschaft und Regulierungspraxis in Bezug auf die Rolle der Regulierungsbehörde zu schaffen und dabei den Blick auf die Regulierungsziele sowie auf die Regulierungsbewertung zu schärfen. Dabei wird auch auf eine mögliche Gefährdung der Zielerreichung durch Nutzenoptimierungsbestrebungen der regulierten Unternehmen sowie auf die Möglichkeit der Quantifizierung der Regulierungserfolge eingegangen. Dabei werden einige Lösungsansätze aus der Praxis zur Steigerung der Zielerreichung der Regulierung dargestellt. S. 655-678

 
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