Diversifikation Der Einfluss von Diversifikationsstrategien auf den Aktienkurs
deutscher Unternehmen Marc Rustige / Michael H. Grote Sowohl die Diversifikation als auch die Fokussierung von Unternehmensaktivitäten werden häufig mit der Maximierung des Unternehmenswertes begründet. Wir untersuchen die Auswirkungen auf den Aktienkurs für 184 Akquisitionen sowie 129 Desinvestitionen deutscher Konzerne im Zeitraum von 1996-2005. Unternehmensdiversifikationen üben, entgegen der oft geäußerten Kritik, keinen signifikant negativen Einfluss auf den Marktwert aus. Fokussierende Unternehmensakquisitionen hingegen sind mit einem signifikanten Wertaufschlag verbunden. Der Verkauf von Unternehmensteilen führt generell zu einer Marktwertsteigerung. Dabei führen Abspaltungen außerhalb des Kerngeschäfts zu einer – allerdings insignifikant – höheren Wertsteigerung als Desinvestitionen von Kerngeschäftsaktivitäten. S. 470-498
Vertragsgestaltung Vertragsgestaltung in der Automobilindustrie:
Transaktionsmerkmale, Erfahrungslernen und Wissensmanagement Björn Eckhard / Thomas Mellewigt / Ingo Weller Mithilfe von Paneldaten analysieren wir die Entwicklung der Vertragsgestaltung in Kooperationsprojekten zwischen einem Lieferanten und Herstellern der Automobilindustrie. Neben Transaktionsmerkmalen betrachten wir Effekte der Aufgabeninterdependenz sowie Erfahrungs- und Wissensmanagementeinflüsse auf die Vertragsgestaltung, wobei wir Absicherungs-, Koordinations- und Anpassungsklauseln in Verträgen berücksichtigen. Unter anderem zeigt sich, dass die Verträge im Beobachtungszeitraum an Komplexität gewinnen, was auf gezielte Wissenskodifizierung und einen wachsenden Erfahrungsschatz zurückzuführen ist. Während Aufgabeninterdependenz und Umweltunsicherheit auf der Projektebene wirken, ist Faktorspezifität für das Management der Lieferanten-Hersteller-Beziehung bedeutsam. Wir diskutieren verschiedene Erklärungsmöglichkeiten für diese Befunde. S. 499-529
Besprechungsaufsatz Funktionsgerechte Informationsversorgung des Aufsichtsrats – Von der Negation über die Integration zur Affirmation betriebswirtschaftlicher Ansätze Manuel René Theisen Vor 30 Jahren wurden an dieser Stelle drei rechtswissenschaftliche Neuerscheinungen zum Thema Information und Verschwiegenheit des Aufsichtsrats einer betriebswirtschaftlichen Analyse unterzogen . Die Untersuchung dieses Themas aus dieser Perspektive war seinerzeit ungewöhnlich und erfuhr zum Teil harsche Kritik. Die Entwicklung der interdisziplinären Diskussion zwischen Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre soll daher exemplarisch im Spiegel der fortgesetzten und anhaltenden Auseinandersetzung um die Informationsversorgung des Aufsichtsrats nachvollzogen werden. Wiederum werden zu diesem Zweck drei neuere rechtswissenschaftliche Abhandlungen vergleichend untersucht. Im Mittelpunkt der Analyse stehen die themenspezifische Genese und die jeweils zugrundegelegte Argumentation. S. 530-549
Kontaktstudium Ansätze der Informationsmodellierung und ihre betriebswirtschaftliche Bedeutung: Eine Untersuchung der Modellierungspraxis in Deutschland Peter Fettke Innerhalb der Betriebswirtschaftslehre im Allgemeinen und der Wirtschaftsinformatik im Besonderen gilt die Modellierung betrieblicher Informationssysteme als ein bedeutendes Arbeitsgebiet, das sich seit Mitte der 1970er Jahre vielfältig entwickelt hat. Ziel der explorativen Untersuchung ist es, mithilfe einer Querschnittsanalyse die betriebswirtschaftliche Bedeutung der Informationsmodellierung in der Praxis auszuleuchten. Insgesamt haben 440 Modellierer an der Studie teilgenommen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Vielfalt der vorliegenden Ansätze sehr selektiv genutzt wird, wobei einzelne Ansätze deutlich dominieren. So werden beispielsweise Modellierungssprachen wie das Entity-Relationship- Modell und die Unified Modeling Language intensiv genutzt. Ein Trend, welche Ansätze in Zukunft eine besondere Bedeutung haben werden, ist nicht zu erkennen. S. 550-580