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Mai   zfbf 2009

To be different or to be average?
Die Attraktivität des Durchschnittsprodukts

Jan R. Landwehr/Andreas Herrmann/Mark Heitmann

Immer wieder ist im Marketing die Frage nach jenen Facetten eines Produkts zu beantworten, die dessen Attraktivität in den Augen der Kunden ausmachen. Zumeist zielen Produktmanager darauf ab, ihren Erzeugnissen eine einzigartige Position im Markt zu verleihen, die sie von den Erzeugnissen der Wettbewerber differenziert. Erkenntnisse aus der Wahrnehmungs- und Kognitionspsychologie suggerieren die besondere Attraktivität des mittleren Produkts bzw. von Gütern, die geringfügig von diesen Prototypen abweichen. Anhand von Experimenten im Automobilmarkt lässt sich die Relevanz dieses psychologischen Befundes auch für Produkte konstatieren. Hieraus ergeben sich Implikationen für die segmentspezifische Produktgestaltung und das Variantenmanagement.
S.226-250

 

Weitere Erkenntnisse zum Steuervorteil von Fremdkapital nach der Unternehmensteuerreform 2008
Stephan Eberl

Die „Unternehmensteuerreform 2008“ führt zu teilweise gravierenden Veränderungen in der Besteuerung sowohl auf Unternehmensebene als auch auf privater Ebene. Dies hat auch Auswirkungen auf die Unternehmensbewertung. Der Beitrag untersucht den Wertvorteil einer Verschuldung auf Unternehmensebene unter Berücksich-tigung der neuen steuerlichen Regelungen bei autonomer Finanzierung. Im Zentrum steht dabei die Frage nach der Präferenzabhängigkeit des Unternehmenswertes. Anhand von Arbitrageüberlegungen wird gezeigt, dass auch unter dem neuen Steuerregime der Wert eines verschuldeten Unternehmens von der Risikoeinstellung der In-vestoren abhängt. Vollausschüttung führt dabei zu einer Maximierung des Tax Shield. Durch die Einführung einer Zinsschranke wird der Steuervorteil der Fremdfinanzierung zudem selbst dann unsicher, wenn der Fremdkapitalbestand risikolos und der Zinssatz sicher ist. Unter der Annahme einer Proportionalität von EBIT und EBITDA werden für den Fall einer in jeder Periode bindenden Zinsschranke operable Bewertungsformeln entwickelt. Dabei sind auch die Wertpapierhaltedauern der Investoren von Bedeutung für den Unternehmenswert.
S.251-282

 

Effekte der IFRS-Rechnungslegung auf das Bilanzrating
Uwe Kehrel/Jens Leker/Dirk Mahlstedt/Jan-Henning Trustorff

Der vorliegende Beitrag untersucht, wie sich die seit 2005 für kapitalmarktorientierte Unternehmen verpflichtende Umstellung der Konzernrechnungslegung von HGB auf IFRS auf die Schätzung von Ausfallwahrscheinlichkeiten und das Bilanzrating auswirkt. Ziel der Analyse ist es, zu klären, ob und in welchem Ausmaß der Einsatz von IFRS-Bilanzdaten zu einer veränderten Kreditwürdigkeitseinschätzung durch die etablierten HGB-Bilanzratingmodelle führt. Die Frage, ob die bisher in Deutschland auf Basis von HGB-Bilanzdaten entwickelten Bilanzratingmodelle auch für IFRS-Bilanzdaten anwendbar bleiben oder systematische Verzerrungen zu erwarten sind, ist für die Praxis von hoher Entscheidungsrelevanz. Das Bilanzrating ist ein entscheidendes Kriterium der Risikobeurteilung von Unternehmen. Zu diesem Zweck wurden 222 HGB- und IFRS-Konzernabschlüsse des Jahres 2004 von 111 deutschen Unternehmen mit Hilfe eines logistischen Regressionsmodells statistisch analysiert. Die durchgeführte Analyse offenbart signifikante Veränderungen der geschätzten Ausfallwahrscheinlichkeiten infolge einer Anwendung von IFRS-Bilanzdaten als Input der eingesetzten HGB-Bilanzratingmodelle. Die Zuordnung eines Unternehmens in eine bessere Ratingklasse durch die Anwendung der IFRS-Standards kann nicht generell bestätigt werden. Nur bei bonitätsschwachen Unternehmen führt die Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS tendenziell zu einer Einstufung in eine bessere Ratingklasse.
S.283-309

 

Kontaktstudium

Kapitalstrukturpolitik und Kapitalgeberinteressen – Ergebnisse einer explorativen Befragung von Vertretern börsennotierter Unternehmen in Deutschland
Arbeitskreis „Finanzierung“ der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V.

Der Beitrag analysiert die Kapitalstrukturpolitik der größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland unter Berücksichtigung des Einflusses sowohl ihrer Kapitalgeber als auch der Informationsintermediäre Finanzanalysten und Rating-Agenturen. Der Arbeitskreis hat dazu eine explorative empirische Untersuchung auf der Basis persönlicher Interviews durchgeführt, in die Vertreter aus fast 60 Prozent der ausgewählten Unternehmen einbezogen werden konnten. Die Analyse zeigt, dass nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Unternehmen ein aktives Kapitalstruktur-Management auf Basis einer in den strategischen Zielkanon des Unternehmens eingebetteten Zielkapitalstruktur praktiziert. Darüber hinaus agieren die Unternehmen insgesamt zurückhaltend in Bezug auf die Kommunikation ihrer kapitalstrukturstrategischen Ausrichtung an ihre Kapitalgeber sowie Finanzanalysten und Rating-Agenturen. Diese Akteure üben indes einen nicht unerheblichen – wenngleich häufig indirekten – Druck auf die Kapitalstrukturpolitik der Unternehmen aus.
S.323-354

 
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