Ausschüttungsbegrenzung und liquidationsfinanzierte Ausschüttungen – wie sinnvoll ist vorsichtige Rechnungslegung?
Stefan Wielenberg
Die bilanzorientierte Ausschüttungsbegrenzung auf der Basis von vorsichtiger Gewinnermittlung gehört in Deutschland zu den Eckpfeilern des Gläubigerschutzes in haftungsbeschränkten Unternehmen. Das Vorsichtsprinzip sorgt für eine bescheidene Berechnung des ausschüttbaren Betrags und damit nach herrschender Meinung für eine höhere Werthaltigkeit der Ansprüche der Gläubiger. Ökonomische Analysen zeigen, dass dieser Zusammenhang keineswegs allgemeingültig, sondern von den Investiti-onsmöglichkeiten und der Finanzierungspolitik des Unternehmens abhängig ist. Dieser Aufsatz geht noch einen Schritt weiter: Vorsichtige Rechnungslegung führt zu einer Unterbewertung von Vermögensgegenständen und kann daher bei mehrperiodiger Betrachtung zu ineffizienten Liquidationsanreizen führen. Dieser Effekt wird in einem einfachen Modell analysiert, um deutlich zu machen, welche Einflussfaktoren negative Auswirkungen der vorsichtigen Gewinnermittlung begünstigen. Es zeigt sich, dass in manchen Fällen auch Zuschreibungen, Wertaufholungen oder bescheidene planmäßige Abschreibungen gläubigerschützende Wirkungen entfalten können.
S. 2-21
Empirische Produktionsfunktion betriebswirtschaftlicher Forschung: Eine Analyse der Daten des Centrums für Hochschulentwicklung
Harald Dyckhoff/Sylvia Rassenhövel/Kirsten Sandfort
Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) erhebt umfassend Daten in Forschung und Lehre, um mehr Transparenz über die Leistungen der Hochschulen zu schaffen. Diese Daten repräsentieren aus produktionstheoretischer Sicht eine Technologie, deren effizienter Rand eine empirische Produktionsfunktion darstellt. Der Beitrag analysiert exemplarisch die Daten des CHE-Forschungsrankings 2005 für die Betriebswirtschaftslehre. Ein in seiner Deutlichkeit überraschender empirischer Befund besagt, dass im Bereich normaler Betriebsgrößen betriebswirtschaftlicher Fachbereiche von etwa 20 bis 50 Wissenschaftlern oder 8 bis 16 Professuren nahezu konstante Forschungsskalenerträge vorliegen, wenn diese gemäß CHE durch Publikationspunkte, Promotionshäufigkeiten und Drittmittelausgaben gemessen werden.
S. 22-56
Personenbezogene Determinanten von Unternehmensgründungen: Stand der Forschung und Perspektiven des Fortschritts
Sascha G. Walter/Achim Walter
Dieser Beitrag präsentiert den Status Quo der theoretischen und empirischen Forschung zu personenbezogenen Determinanten einer Unternehmensgründung. Eine Synopse von 99 großzahligen, empirischen Studien zeigt konsistente Befunde für 33 von 43 Determinanten. Sie sind theoretisch vor allem in der dispositiven, verhaltensorientierten und ökonomischen Perspektive verwurzelt, während kaum Untersuchungen aus der kognitiven und netzwerkorientierten Perspektive vorliegen. Weiteren Fortschritt versprechen insbesondere Beiträge, die mehrere Perspektiven integrieren, zwischen Existenz- und Unternehmensgründungen unterscheiden und den Kontext im Rahmen von Mehrebenenanalysen stärker berücksichtigen.
S. 57-89
Kontaktstudium
Shareholder Value als Element von Corporate Governance
Wolfgang Ballwieser
Corporate Governance und Internationale Kapitalmärkte
Jörg Rocholl
Corporate Governance und Rechnungslegung
Bernhard Pellens/Nils Crasselt/Thorsten Sellhorn