Gestaltung und Erfolgsauswirkungen der Absatzplanung: Eine branchenübergreifende empirische Analyse Christian Homburg / Martin Artz / Jan Wieseke / Bernhard Schenkel
Die bisherige Forschung hat die Erfolgsauswirkungen operativer Planung in Marketing und Vertrieb weitgehend vernachlässigt. Im vorliegenden Beitrag wird im Rahmen einer großzahligen, branchenübergreifenden empirischen Studie kausalanalytisch untersucht, inwiefern und unter welchen Umständen eine erfolgreiche Absatzplanung zu höherem Unternehmenserfolg führt und welche Gestaltungsempfehlungen für die Planung gegeben werden können. Es zeigt sich, dass eine erfolgreiche Absatzplanung durch sechs zentrale Faktoren fast vollständig determiniert wird. Unsere Analyse moderierender Effekte zeigt zudem, dass die Absatzplanung auch für Unternehmen in dynamischen Märkten ein wirkungsvolles Instrument der Marktbearbeitung ist und widerspricht damit einer zentralen Annahme des Beyond Budgeting Konzeptes. Zudem zeigen die Ergebnisse, dass eine erfolgreiche Absatzplanung bei zunehmender Dezentralisierung effizienzsteigernd wirkt. S. 634 - 670
Anreize und Motivation für unternehmerisches Handeln in etablierten Firmen Lars Schweizer / Erik Monsen / Holger Patzelt
Die vorliegende Studie untersucht auf Basis eines erwartungstheoretischen Bezugsrahmens die Frage, wie die Eigenschaften unternehmerischer Projekte etablierter Firmen deren Mitarbeiter motivieren, an diesen Projekten teilzunehmen. Dabei wird der Einfluss der wahrgenommenen Erfolgswahrscheinlichkeit, Arbeitsplatzrisiko, Entlohnungsrisiko, zu erwartendem Einsatz sowie gebotener Erfolgsbeteiligungen im Hinblick auf die Teilnahmeentscheidung der Mitarbeiter analysiert. Zudem wird untersucht, ob die wahrgenommene Erfolgswahrscheinlichkeit einen moderierenden Einfluss auf andere Einflussfaktoren hat. Eine Conjoint-Studie von 1472 Teilnahmeentscheidungen von 46 Mitarbeitern etablierter Technologiefirmen unterstützt weite Teile des postulierten Modells. Implikationen für die wissenschaftliche Literatur und die Managementpraxis werden diskutiert. S. 671 - 692
Von der individuellen Routine zur organisationalen Praktik – Ein neues Paradigma für die Organisationsforschung? Daniel Geiger / Jochen Koch
Das Konzept der organisationalen Routine ist in den letzten Jahren zunehmend in den Mittelpunkt der Organisationsforschung gerückt und wird als ein zentrales Erklärungsmuster für eine Vielzahl von organisationalen Phänomenen wie Wissen, Lernen und Kompetenzen herangezogen. Dabei werden Routinen jedoch nicht mehr lediglich im Sinne von eindeutig vordefinierten und wiederholten individuellen Handlungsvollzügen gedacht, sondern zunehmend im Sinne von komplexen sozialen Praktiken verstanden. Die sich abzeichnende Hinwendung zur Thematisierung komplexer sozialer Praktiken und die damit einhergehende Bedeutungserweiterung des Konzeptes haben eine Reihe von Implikationen für die Organisationstheorie und unser Verständnis von Organisationen. Der vorliegende Beitrag thematisiert diese Entwicklung und fragt nach der Tragfähigkeit und dem Erkenntnisgewinn, der mit der Hinwendung zu sozialen Praktiken für die betriebswirtschaftliche Organisationsforschung verbunden ist. S. 693 - 712
Lehren aus den Ursachen und dem Verlauf der internationalen Finanzkrise Bernd Rudolph
Die Krise am amerikanischen Markt für Wohnungsbaufinanzierungen, die sog. Subprime Krise, hat sich zu einer globalen Finanzkrise ausgeweitet, in die bekanntlich viele internationale Banken und unter ihnen auch deutsche Banken involviert sind. Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick über die Ursachen und den Verlauf der Krise am amerikanischen Markt und seiner Ausweitung zu einer internationalen Finanzkrise. Der Beitrag diskutiert auch die wesentlichen aktuellen Initiativen zur Reform der internationalen Bankenregulierung aus theoretischer wie praktischer Sicht. S. 713 - 741