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März   zfbf 2008

Risiken und Nebenwirkungen der Offenlegungspflicht von Vorstandsbezügen:
Individual- vs. Kollektivausweis

Robert F. Göx/Uwe Heller
Vor dem Hintergrund weltweit steigender Managervergütungen untersucht dieser Beitrag mögliche Zusammenhänge zwischen der Veröffentlichung von Informationen über Managerbezüge und deren Höhe. Im Rahmen eines einfachen Agency-Modells betrachten wir die Entwicklung der Vergütungspolitik innerhalb einer gegebenen Gruppe von Unternehmen, unter der Annahme, dass sich diese bei der Bestimmung der Vergütungen für das Management an der durchschnittlichen Entlohnung innerhalb einer gegebenen Referenzgruppe orientieren. Zunächst zeigen wir, dass die Einführung einer Publikationspflicht die Managementvergütungen dann über die Zeit ansteigen lässt, wenn die Unternehmen innerhalb der Referenzgruppe im Mittel mehr als den Vorperiodendurchschnitt zahlen (Competitive Benchmarking). In einer Modellerweiterung, in der wir zwischen den Bezügen des Vorstandsvorsitzenden und denen einfacher Vorstandsmitglieder unterscheiden, zeigen wir auf, dass eine Individualveröffentlichungspflicht eine weitere Erhöhung des Vergütungswachstums bewirken kann. Dieses Ergebnis ist insbe-sondere dann zu erwarten, wenn sich die beiden Kategorien von Vorständen in unterschiedlicher Weise an den Vergütungen ihrer Referenzgruppe orientieren. Die Analyse zeigt damit potenzielle Gefahren verschärfter Transparenzvorschriften, die in der öffent-lichen Diskussion bisher kaum beachtet wurden und sorgfältig gegen mögliche Vorteile abzuwägen sind.
S. 98-123

Die Rolle des marktorientierten Personalmanagements im Rahmen der Umsetzung marktorientierter Strategien: Eine empirische Untersuchung
Ruth Stock-Homburg
Der vorliegende Beitrag untersucht die Bedeutung des marktorientierten Personalmanagements für die Umsetzung marktorientierter Strategien. Konkret soll geklärt werden, inwieweit die marktorientierte Gestaltung der Strategie primär direkt den Erfolg von Unternehmen beeinflusst, oder ob sich die Marktorientierung der Strategie primär indirekt (über die Marktorientierung des Personalmanagements) auf den Erfolg von Unternehmen auswirkt. Die konzeptionellen Überlegungen des vorliegenden Beitrags stützen sich auf den Konfigurationsansatz. Der Logik dieses Ansatzes folgend wird unterstellt, dass sich die Marktorientierung der Strategie stärker indirekt (über die Marktorientierung des Personalmanagements) als direkt auf den Erfolg von Unternehmen auswirkt. Die zentrale Hypothese kann im Rahmen einer empirischen Untersuchung von rund 200 Unternehmen im Industriegüterbereich bestätigt werden. Ein interessantes Ergebnis dieser Untersuchung ist, dass die Marktorientierung der Strategie die Marktorientierung der Personalmanagement-Systeme stärker beeinflusst als die Marktorientierung der Mitarbeiterführung. Die stärkere Verhaltensbeeinflussung geht jedoch von der Marktorientierung der Mitarbeiterführung aus.
S.124-152

Transfer und Austausch von Wissen in der  Accounting-Forschung: Eine Zitations- und Kozitationsanalyse englischsprachiger
Accounting-Journals 1990-2004

Matthias Meyer/Utz Schäffer/Markus Gmür
Dieser Beitrag untersucht den zeitlichen Wissenstransfer und die Struktur des Wissensaustauschs in der jüngeren Accounting-Forschung. Hierfür werden die von 1990 bis 2004 in den vier führenden Accounting-Journals veröffentlichten Beiträge mit Hilfe einer Zitations- und einer Kozitationsanalyse ausgewertet. Die Analysen basieren auf einer Grundgesamtheit von 1.814 Artikeln mit insgesamt 71.722 Quellen. Die Zitationsanalyse zeigt eine dynamische Diskussion nach dem naturwissenschaftlichen Modell des zeitlichen Wissenstransfers, bei dem vorrangig auf den unmittelbar vorangehenden Arbeiten aufgebaut wird („obliteration by incorporation“). Ergänzend identifiziert die Kozitationsanalyse klar abgrenzbare Cluster, die unter Verwendung des Klassifikationsansatzes von Brown (1996) bestimmten Forschungsrichtungen der Accounting-Forschung zugeordnet werden können. Über die Zeit ist eine zunehmende Vernetzung dieser Forschungsrichtungen zu beobachten, wobei die damit verbundene abnehmende Fragmentierung mit einer Reduktion der Vielfalt einhergeht. Insgesamt ist damit festzuhalten, dass der in den führenden Accounting-Zeitschriften beobachtbare Transfer und Austausch von Wissen immer mehr unter einem einheitlichen Dach stattfindet.
S.153-181

Kontaktstudium

Fair Value-Bewertung: Führt sie zu einer nützlicheren Finanzberichterstattung?
Alfred Wagenhofer
Dieser Beitrag analysiert ökonomische Auswirkungen einer zunehmenden Fair Value-Bewertung in der internationalen Rechnungslegung. Fair Values werden im Rahmen der Rechnungslegungsfunktionen Entscheidungsnützlichkeit und Verhaltenssteuerung diskutiert. Fair Values weisen zwar tendenziell höhere Wertrelevanz auf, sie können aber auch zum Sinken der Wertrelevanz der Finanzberichterstattung führen. Bei der Verhal-tenssteuerung können Fair Values je nachdem, wie sie verwendet werden, günstig oder ungünstig sein. Aufgrund dieser gemischten Resultate wird dafür plädiert, dass Standardsetter eingeschränkte Wahlrechte zulassen, damit der Tradeoff von Kosten und Nutzen von Fair Values über Marktkräfte berücksichtigt werden kann.
S.185-194

Börsennotierungen: Warum und wo?
Evidenz aus Theorie und Empirie

Josef Zechner
Neben der Aufbringung notwendiger finanzieller Mittel liegen wichtige Gründe für eine Börsennotierung in der Risikostreuung existierender Kapitalgeber, der Erhöhung der Liquidität im Sekundärmarkt, der glaubwürdigen Bindung an höhere Governancestandards und der Generierung positiver PR-Effekte. Dem stehen direkte und indirekte Kosten, wie Listing Fees, IPO-Underpricing und die Kosten zusätzlicher Regulierungsvorschriften gegenüber. Empirisch zeigt sich, dass gerade im Hinblick auf Auslandsnotierungen, Größe und Wachstumsraten eines Unternehmens wichtige Treiber dieser Entscheidung sind. Im Kampf um neue Listings gewinnen jene Börsen, welche eine höhere Liquidität und Marktkapitalisierung bieten können. Weitere wichtige Entscheidungsfaktoren für ein Listing an einer ausländischen Börse sind besserer Investorenschutz, bessere Vertragsdurchsetzungsmöglichkeiten und effizientere Verwaltungsstrukturen. In den letzten Jahrzehnten haben signifikante Veränderungen des Listingverhaltens von Unternehmen stattgefunden. Während die U.S. Börsen Ende des letzten Jahrhunderts einen rasant steigenden Anteil aller Auslandsnotierungen realisieren konnten, kam es zu Beginn dieses Jahrhunderts zu einem dramatischen Einbruch der U.S. Auslandsnotierungen. Wichtige Ursachen für diese Veränderungen sind die zunehmende Effizienz von Kapitalmärkten außerhalb der USA, sowie die gestiegenen Offenlegungs- und Compliancekosten für Unternehmen mit US Notierungen.
S.195-210


 
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