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Februar   zfbf 2007

Werteffekte strategischer Desinvestitionen – Eine empirische Untersuchung am deutschen Kapitalmarkt
Daniel Bartsch/Christoph J. Börner

Obwohl Entscheidungen über den Verkauf von Unternehmensteilen sehr häufig auf der strategischen Ebene begründet werden, finden sich Untersuchungen zu den Kapitalmarkteffekten strategischer Desinvestitionen nur in Ansätzen. Im vorliegenden Beitrag werden die Aktienkurseffekte strategischer Desinvestitionen im Zuge einer Ereignisstudie über 140 Desinvestitionen deutscher Unternehmen im Zeitraum von 1997 bis 2003 untersucht. Es zeigt sich, dass der Kapitalmarkt strategische Desinvestitionen erkennt und positiv bewertet.
S.2-34


Determinanten der Mittelzuflüsse bei
deutschen Aktienfonds

Silke Ber/Alexander Kempf/Stefan Ruenzi

In dieser Arbeit werden die Determinanten der Zuflüsse deutscher Aktienfonds empirisch untersucht. Hierbei finden wir für die Jahre 1993 bis 2001 einige interessante Unterschiede zum US-Markt. Zunächst bestätigen wir die in der Literatur dokumentierte positiv konvexe Beziehung zwischen vergangener Performance eines Fonds und seinen Netto-Zuflüssen, die aber in Deutschland weniger stark ausgeprägt ist als in den USA. Wir zeigen außerdem, dass die Eigenschaften der Fondsgesellschaft, zu der ein Fonds gehört, einen wesentlichen Einfluss auf dessen Zuflüsse haben. Insbesondere zeigen wir erstmals, dass es einen Kannibalisierungseffekt innerhalb von Fondsfamilien gibt, der besonders zwischen Fonds zu beobachten ist, die im gleichen Marktsegment angeboten werden. Unsere Ergebnisse haben wichtige Implikationen für das Risikoverhalten von Fondsmanagern sowie die Produktpolitik von Fondsgesellschaften.
S.35-60


Die Sorgfaltsanreize des Wirtschaftsprüfers bei beschränkter Haftung

Jochen Bigus

In Deutschland wird diskutiert, die Haftungsobergrenze für Wirtschaftsprüfer heraufzusetzen, in Großbritannien debattiert man ernsthaft über eine Abkehr von der unbeschränkten Haftung. Dieser Beitrag untersucht, ob eine beschränkte Haftung zwingend suboptimale Sorgfaltsanreize induziert. Dabei werden vier besondere Merkmale der Prüferhaftung berücksichtigt: (1) Haftung bei Verschulden, (2) Reputationsverluste bei Auftreten eines fehlerhaften Abschlusses, (3) Haftung für reine Vermögensschäden und (4) exante unpräzise definierte Prüfungsstandards. Sämtliche vier Elemente wirken dem negativen Anreiz aus der Haftungsbeschränkung tendenziell entgegen. Optimale Prüfungsanreize sind trotz beschränkter Haftung möglich. Eine unbeschränkte Haftung führt regelmäßig zu übermäßiger Sorgfalt. Eine beschränkte Haftung kann ökonomisch sinnvoll sein, ohne dass man Risikoaversion des Prüfers unterstellen muss.
S.61-86


Eine modifizierte Verbindlichkeiten-Bilanzierung nach dem Fair-Value-Modell für den
IFRS- und den HGB-Abschluss

Alois Paul Knobloch

IFRS- und HGB-Abschluss zeigen Informationsdefizite bei der Schuldenbewertung zum Bilanzstichtag, speziell im Unternehmensvergleich. Ausdruck hierfür ist unter anderem ein Sinken des Buchwertes der Verbindlichkeiten bei einer Bonitätsverschlechterung. Ein modifizierter Ansatz zur Bilanzierung verzinslicher Verbindlichkeiten wird vorgestellt, der eine Bewertung auf Basis stichtagsbezogener Marktverhältnisse ermöglicht und die Informationsnachteile vermeidet. Die neue Bilanzierung besitzt eine wesentlich höhere Aussagekraft, was den Vergleich der zukünftigen finanziellen Belastung aus der Verbindlichkeitenfinanzierung zwischen Unternehmungen unterschiedlicher Bonität anbelangt. Darüber hinaus wird der Ansatz auch für eine dem Vorsichtsprinzip verpflichtete Bilanzierung, also für eine handelsrechtliche Anwendung, formuliert.
S.87-119


Decision Support Systeme im Marketing
Jan Engelke/Hermann Simon
Der praktische Einsatz von Decision Support Systemen im Marketing steht heute erst am Anfang, auch wenn diese Systeme in der akademischen Forschung schon seit langem vorgeschlagen und untersucht werden. Der Hauptgrund liegt darin, dass Decision Support Systeme sehr spezifisch auf die jeweilige Problemstellung angepasst werden müssen. Dabei sind nicht nur die Besonderheiten der Branche, sondern auch die konkreten Bedingungen des Unternehmens und selbst des einzelnen Produktes tiefgehend zu berücksichtigen. Der Aufwand lohnt sich, da Entscheidungen auf diese Weise wesentlich besser fundiert und Risiken sorgfältiger abgeschätzt werden können. Der folgende Artikel beschreibt den neuesten Erkenntnisstand über den praktischen Einsatz solcher Systeme und zeigt auch die Rahmenbedingungen auf, unter denen sie erfolgreich eingesetzt werden können. Insbesondere haben wir unsere eigenen Erfahrungen aus zahlreichen Anwendungen derartiger Systeme einfließen lassen.
S.120-142

 
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