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November   zfbf 2006

Übereinstimmung von Marken- und Konsumentenpersönlichkeit als Determinante des Kaufverhaltens – Eine Metaanalyse der Selbstkongruenzforschung
Hans H. Bauer/Ralf Mäder/Sandra-Nadine Wagner

Zusammenfassung
Die Selbstkongruenzforschung untersucht die Konsequenzen einer Übereinstimmung der Persönlichkeit von Konsumenten mit korrespondierenden Imagebestandteilen von markierten Produkten (der Markenpersönlichkeit). Empirische Studien deuten darauf hin, dass Konsumenten eine Marke umso mehr bevorzugen, je mehr deren Markenpersönlichkeit ihrer eigenen Persönlichkeit ähnelt. Die vorliegende Untersuchung verfolgt das Ziel, die vorhandenen empirischen Forschungserkenntnisse quantitativstatistisch zu integrieren. Die metaanalytische Auswertung von 165 Effektstärkemaßen aus 32 Studien liefert einen hoch signifikanten mittleren Selbstkongruenzeffekt von r = 0,34, dessen Ausprägung in den einzelnen Studien jedoch erheblichen Schwankungen unterworfen ist. Ein Hypothesensystem wird entworfen, um die Varianz des Selbstkongruenzeffekts zu erklären. Die regressionsanalytische Überprüfung liefert Unterstützung für mehrere der postulierten Wirkungszusammenhänge.
S.838-863


Nachfragerbündelungen als Marketinginstrument: Eine modellgestützte Analyse
Markus Voeth/Renate Weißbacher

Zusammenfassung
Nachfragerbündelungen spielen trotz der in der Literatur immer wieder für beide Marktseiten aufgezeigten Vorteilhaftigkeit auf Endverbrauchermärkten bislang kaum eine Rolle als Marketinginstrument. Die bisherigen Vorteilhaftigkeitsanalysen von Nachfragerbündelungen in der Literatur basieren jedoch zumeist auf stark vereinfachten Modellen. Im vorliegenden Beitrag wird daher untersucht, ob die Vorteilhaftigkeit auch in einem Modell zu beobachten ist, das auf weniger engen Prämissen beruht. Aufbauend auf einer Erweiterung eines in der Literatur diskutierten Grundmodells werden Simulationen für verschiedene Geschäftssitu-ationen vorgestellt. Es zeigt sich, dass Nachfragerbündelungen nur dann für den Anbieter vorteilhaft sind, wenn diese durch begleitende Marketing-Maßnahmen unterstützt werden.
S.864-888



Abschlussprüfer und Börseneinführungspublizität: Die Qualität der Anhangsberichterstattung in Emissionsprospekten nach HGB, IAS und US-GAAP im Vergleich
Manuela Möller/Hansrudi Lenz

Zusammenfassung
Das Ziel der vorliegenden Untersuchung bestand zum Ersten darin, umfassende und vollständige Maßgrößen zur Erfassung des Grades der Normeinhaltung von Offenlegungsanforderungen nach den Vorschriften des HGB, der IAS und der US-GAAP zu entwickeln, um damit die Publizitätsgüte von Anhängen, die in den Emissionsprospekten bei Börsengängen am Marktsegment des Neuen Marktes offen zu legen sind, zu messen. HGB-Abschlüsse erreichten nur rund 66% eines auf 100 normierten Maßes der Offenlegungsgüte. Deutlich und signifikant besser hingegen schnitten US-GAAP- beziehungsweise IAS-Abschlüsse mit 83% beziehungsweise 89% ab. Zum Zweiten wurden der Einfluss des Abschlussprüfers sowie der Einfluss der Art der Tätigkeit eines Wirtschaftsprüfers (Prüfung versus kritischer Durchsicht (Review) beziehungsweise Erstellung) auf die Qualität der Abschlusspublizität von Unternehmen des Neuen Marktes im Rahmen ihrer E-missionsprospekte empirisch untersucht. Die Hypothese, dass „Big 6“-Wirtschaftsprüfungsgesellschaften eine ökonomisch und statistisch signifikant höhere Publizitätsqualität garantieren als sonstige Prüfungsgesellschaften, konnte sowohl univariat wie auch multivariat für alle drei untersuchten Rechnungsle-gungssysteme bestätigt werden. Für Abschlüsse nach den international anerkannten Rechnungslegungsstandards – IAS und US-GAAP – konnte weiter festgestellt werden, dass in geprüften Abschlüssen die Offenlegungsanforderungen genauer beachtet werden als bei den Abschlüssen, die lediglich einer kritischen Durchsicht unterzogen wurden oder von einem Wirtschaftsprüfer erstellt, jedoch nicht geprüft wurden.
S.889-927


Wirkungen der Abschnittsbesteuerung auf internationale Investitions- und Repatriierungsentscheidungen
Rainer Niemann

Zusammenfassung
Im vorliegenden Beitrag werden die Entscheidungswirkungen der deutschen Abschnittsbesteuerung auf die optimale Repatriierungspolitik multinationaler Unternehmen untersucht. Anhand von inländischen Einzelunternehmen und Kapitalgesellschaften wird gezeigt, dass Verlustverrechnungsbeschränkungen und ein jahresprogressiver Einkommensteuertarif sowohl die Höhe und den Zeitpunkt der jeweiligen Repatriierungsbeträge als auch die Ausübung des Wahlrechts zwischen Anrechnung und Abzug ausländischer Quellensteuern beeinflussen. Das Abschnittsprinzip verzerrt sowohl die Wahl zwischen Finanzanlage und Realinvestition als auch die Entscheidung zwischen Betriebsstätte und Tochterkapitalgesellschaft.
S.928-957


„Die Kunst, die Zukunft zu erfinden“ – Theoretische Erkenntnisse und empirische Befunde zum Einsatz des Corporate Foresight in deutschen Großunternehmen
Marc Gruber / Claudia Venter

Zusammenfassung
Studien zur Zukunftsforschung von Unternehmen befassen sich bislang nur einseitig mit Prognoseverfahren, obgleich für die Durchführung der Zukunftsforschung weitere managementspezifische Fragestellungen von Bedeutung sind. Beklagt wird von der Praxis u.a. ein Mangel an Wissen über eine zweckmäßige organisatorische Verankerung der Zukunftsforschung, deren prozessuale Ausgestaltung, den zu wählenden Prognosehorizont und die inhaltliche Ausrichtung der Analysen. Dieser Beitrag wendet sich den offenen Fragen zu und gewährt auf Basis einer qualitativen Untersuchung bei deutschen Großunternehmen erste empirische Einblicke in die weitgehend intransparente Praxis der Zukunftsforschung. Dabei wird der im angloamerikanischen Raum gebräuchliche Terminus „Corporate Foresight“ verwendet, um bereits begrifflich den über die Prognoseverfahren hinausgehenden Anspruch zu verdeutlichen. Die Befunde werden unter Einbezug aktueller Erkenntnisse aus der Theorie zum strategischen Management und zum Innovati-onsmanagement diskutiert. Wie die Ergebnisse zu erkennen geben, schöpfen die Unternehmen den Gestaltungsspielraum und das Potenzial der Zukunftsforschung noch nicht aus. Drei typische Muster des Corporate Foresight deuten sich an. Empfehlungen für die Ausgestaltung des Corporate Foresight runden den Beitrag ab.
S.958-984

 
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